(Un)Schärfe

Berlin
Der Betrieb der Eisfabrik in Berlin-Mitte wurde erst 1995 eingestellt. Obwohl die Fabrik unter Denkmalschutz steht, soll sie abgerissen werden.
Die Ruine hat jedoch noch sehr viel Potential und ist erhaltungswürdig
Das Südufer der Spree wird in naher Zukunft eine neue Promenade erhalten und generiert eine völlig neue städtebauliche Situation. Ein öffentlicher und kultureller Raum wird hier ermöglicht.
Das Thema der Brandwände in diesem städtebaulichen Kontext ist von großer Bedeutung.
Auf dem Grundstück der Eisfabrik gibt es insgesamt sieben. Als Reaktion werden den "verlorenen" Fassaden großflächige Glaswände entgegengestellt.
Strategie: Fluchten, Bezüge, Höhenentwicklungen, Durchwegungen.
Durch die Umnutzung und Erweiterung der Nutzfläche der Eisfabrik kann hier eine neue städtebauliche und räumliche Atmosphäre entstehen.
Der Altbestand wird wieder aktiviert und erfährt eine Konversion. Der restliche Teil des Grundstücks wird sanft mit Neubauten ergänzt. Innerhalb der Eisfabrik entstehen offene, durch Blickbeziehungen verknüpfte Ausstellungsflächen.
Konferenz- und Veranstaltungsflächen enstehen im Untergeschoss und in den auf dem Gelände verteilten Glaseinheiten.
Die Freiflächen bleiben großzügig.
Ein Verwaltungsbau bildet das verbindende Element zwischen Fabrik und Glaseinheiten.
Unterirdische Verknüpfung bietet einen reibungslosen Betrieb der Anlage und ermöglicht die offene Freifläche.
Der Besucher und Betrachter erhält durch ausgeklügelte Verortung der Glaswände einen zunächst „unscharfen“ Eindruck der Eisfabrik. Durch mehrfache Glas-Überlagerung an bestimmten Blickachsen, wird Neugier geweckt. Die hohen Glaswände erzeugen einen ungewöhnlichen und definierenden Zwischenraum zu den Brandwänden.
Je näher der Besucher auf das Grundstück gelangt, desto „Schärfer“ wird der visuelle Eindruck des gesamten Areals.
// Ausgezeichnet beim Egon-Eiermann-Preis 2013 //

Entwurf
Mastersemester 2 (SoSe 12)
Prof. Kazu Blumfeld-Hanada

(Un)Schärfe

Berlin

Zusammenarbeit mit:
Tobias Möller
Alexander Quiring